Nachberufliche Bildung bleibt „blinder Fleck“: BAGSO kritisiert Datenlücken im nationalen Bildungsbericht

Pressemitteilung

In einer Gesellschaft des langen Lebens kommt Bildung im Alter eine zentrale Bedeutung zu. Anlässlich der Veröffentlichung des nationalen Bildungsberichts 2026 mahnt die BAGSO – Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen an, Bildung und Lernen im Alter zu einem wichtigen Bestandteil der Bildungspolitik zu machen. Erneut betrachtet der nationale Bildungsbericht ausschließlich Bildung bis zum Ende des Erwerbslebens. Über 20 Prozent der Bevölkerung, nämlich alle Menschen ab 66 Jahren, wurden wieder nicht erfasst. Die BAGSO fordert, Lernaktivitäten bis ins hohe Alter systematisch in Statistiken, Berichten und Forschungsprogrammen sichtbar zu machen sowie eine bundesweite Strategie für Bildung im Alter zu entwickeln.

„Es ist inakzeptabel, dass eine wachsende Bevölkerungsgruppe in der nationalen Bildungsplanung faktisch nicht existiert“, kritisiert BAGSO-Vorsitzende Dr. Regina Görner. „Bildung im Alter ist kein Luxus, sondern Voraussetzung für eine selbstbestimmte Lebensführung und gesellschaftliche Teilhabe. Erkenntnisse über die Bildungsbeteiligung und Bildungsinteressen älterer und alter Menschen sind dringend erforderlich, um Angebote auszubauen, die ihren Bedarfen entsprechen.“

Dass der aktuelle Bericht Bildungsungleichheiten in den Fokus nimmt, hält die BAGSO für sinnvoll und wichtig, da sie über das Erwerbsleben hinaus bis ins hohe Alter Folgen haben. Kritisch dagegen sieht die BAGSO den engen Bildungsbegriff des Berichts mit Fokus auf Erwerbszwecke. Bildung im Alter dient vielmehr der individuellen Persönlichkeitsentwicklung und der aktiven Mitgestaltung der Gesellschaft. Die Befunde zur digitalen Bildung älterer Beschäftigter verdeutlichen zudem die Notwendigkeit, digitale Kompetenzen über die Erwerbstätigkeit hinaus zu stärken.

Die BAGSO begrüßt, dass Bildung und Lernen im Alter Thema des 10. Altersbericht der Bundesregierung ist. Sie erwartet, dass dies der Grundstein für die künftige Berücksichtigung von Bildung und Lernen bis in das hohe Alter in der nationalen Bildungsberichterstattung sowie für eine umfassende Bildungsstrategie sein wird. Das wäre der konsequente Schritt, um das Thema Bildung im Alter als dauerhafte politische Aufgabe in Bund, Ländern und Kommunen zu verankern.

BAGSO-Positionspapier „Bildung im Alter – für alle ermöglichen“ (2022)

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© BAGSO

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