Aktiv und fit bis ins hohe Alter

Über das Projekt:

„Aktiv und fit bis ins hohe Alter“ lautet das Motto des Deutschen Senioren-Computer-Clubs in Berlin-Lichtenberg. Der Verein wurde 1997 gegründet und bietet älteren Bürgerinnen und Bürgern Schulungs- und Begegnungsmöglichkeiten. Mit seinen etwa 600 Mitgliedern ist der Deutsche Senioren-Computer-Club der zweitgrößte Verein in Berlin-Lichtenberg. Und er hat eine wichtige soziale Funktion für die älteren Menschen, die in dem von DDR-Plattenbauten geprägten Stadtbezirk leben. Die Clubmitglieder sind im Durchschnitt 75 Jahre alt und nutzen den Verein nicht nur, um den Umgang mit Computern, Tablets und Smartphones zu lernen. Die Arbeit des Vereins soll dazu beitragen, die Integration in das gesellschaftliche Leben zu erhalten und ein positives und aktives Altersbild mitzugestalten.

Sie sehen Teilnehmende eines Computerkurses im DSCC in Berlin
© Foto: Birsul DSCC

Das lief im Projekt:

Die Kurse vermitteln den Umgang mit Computern, Tablets, Smartphones, mit Mail- und Office-Programmen, das Orientieren im Internet zur Einholung von Informationen sowie zur Wahrnehmung von Hobbys, kulturellen Ansprüchen und sozialen Kontakten.

Alle Kurse und Übungsangebote, die in Gruppen mit maximal vier Personen stattfinden, sind im Rahmen der Mitgliedschaft kostenlos und können auch mehrfach wahrgenommen werden.

„Bei uns treffen sich mehr als 20 Interessensgruppen, mit und ohne Technikthema. Es gibt welche für Fotobearbeitung und Videoschnitt. Vier trainieren Englisch, eine Französisch und eine Spanisch. Andere wandern zusammen oder singen oder schreiben Kurzgeschichten und Gedichte“, berichtet Axel Birsul, der Vorsitzende des Vereins. „Bei so vielen Mitgliedern finden sich immer Menschen, die bei einer neuen Initiative mitmachten. Wir stellen dann einen Raum zur Verfügung und Rechner, wenn sie die benötigen, um ihre Hobbys zu pflegen.“

Im Regelfall sind die Clubräume mit maximal fünf stationären PCs ausgestattet. Im konkreten Fall bestand ein Projektziel darin, zunächst zwei bereits von Teilausfällen betroffene und nicht mehr reparierbare Rechner eines Raumes möglichst schnell auszutauschen und im weiteren Projektverlauf auch die verbleibenden drei durch Neugeräte mit identischer Ausstattung zu ersetzen. Dieses Ziel wurde im Februar 2019 erreicht. Parallel dazu wurde die drahtlose Infrastruktur des DSCC teilweise erneuert und ergänzt.

Der bisher gemietete Router wurde durch ein Gerät ersetzt, das sowohl Funktionen einer Telefonzentrale mit Rufweiterleitung enthält als auch in der Lage ist, die Frequenzspektren des WLANS dynamisch zu verwalten. Die Abdeckung des WLAN wurde ausgedehnt.

Einen in April 2019 veranstalteten Tag der offenen Tür, über den verschiedene Publikationen im Vorfeld berichteten, besuchten mehr als 120 Interessierte. Auch im Nachhinein veröffentlichte Artikel führten zu etlichen Neuanmeldungen und letztlich zu einem Anstieg der Mitgliederzahl auf momentan über 600.

Das Ergebnis:

Als Folge der im Rahmen der Projektförderung getätigten Ersatzbeschaffungen und Investitionen könne man jetzt auch jenen mit geringen Vorkenntnissen deutlich vielfältigere und auch individuellere Angebote machen.

Der Zeitrahmen für individuelle Beratungsgespräche sei durch die verbesserte Infrastruktur deutlich flexibler geworden. Auch manche Zirkel, die sich zum Teil seit vielen Jahren regelmäßig treffen würden, um sich über ihre Erkenntnisse auszutauschen, hätten nun die Möglichkeit dazu, ohne ihr privates Datenvolumen dabei nutzen zu müssen.

Nach den bisherigen Beobachtungen nehme das Interesse an Angeboten zu, die keine längere Selbstverpflichtung hinsichtlich des zeitlichen Aufwands mit sich bringen würden. Das bedeute den Ausbau modularer Kurse oder Workshops und auch die Einbeziehung privater Geräte.

Die schönsten Leuchtturm-Erfahrungen:

Der Verein berichtet, dass gerade die Interaktion in Präsenztreffen, in denen sich über die digitale Welt ausgetauscht werde, eine der wichtigsten und schönsten Momente im Verein sei:

„Als Frau Sawsan Chebli, die Bevollmächtigte des Landes Berlin beim Bund und Staatssekretärin für Bürgerschaftliches Engagement in der Senatskanzlei Berlin, den Club Ende April 2019 besuchte, traf sie ein munteres Kränzchen aus Damen und einem Herren an, alle über 80. Die tauschten sich bei Kaffee und Kuchen über ihre Tabletcomputer, Smartphones und deren Verwendung aus. Frau Chebli und der sie begleitende Abteilungsleiter, Herr Walther, setzten sich spontan in die Runde und fragten interessiert, wofür denn die Geräte genutzt werden würden. Das genannte Spektrum reichte von der Kommunikation mit Familie und Freundeskreis über die „normalen“ Auskunft-Applikationen zu Nahverkehrsverbindungen bis hin zur Steuerung und Überwachung eines Mähroboters für den Garten. Gerade solche Zirkel waren und sind ein wesentlicher Bestandteil des Clublebens. Zuerst stand der Umgang mit einem digitalen Gerät im Mittelpunkt des Interesses. „Aktiv und fit bis ins hohe Alter“ als Motto des DSCC bedeutet eben nicht nur die Interaktion mit der digitalen Welt über den Computer. Getragen von der Initiative von Mitgliedern wurden von Beginn an das soziale Miteinander, die Wahrnehmung gemeinsamer Interessen und das persönliche Treffen unterstützt.“

Projektverantwortung: Deutscher Senioren-Computer-Club Berlin e.V., Axel Birsul, 10315 Berlin, Einbecker Str. 85, E-Mail: axel.bi@dscc-berlin.de https://www.dscc-berlin.de/

Projektlaufzeit: Der Computer-Club existiert seit 1997


Zur Website für weitere Informationen (externer Link)

Kategorie: Internet und Technik

Bundesland: Berlin

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Wie viele Nervenzellen hat das Gehirn? Erwachsene haben über 100 Milliarden Nervenzellen und jede dieser Nervenzellen hat zwischen tausend und zehntausend Verbindungen, sogenannte Synapsen, zu anderen Nervenzellen. Das Gehirn speichert so das Gelernte ab.

Quelle: Fotolia 78707112, fotolia.de | fotomek
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