Die Barbaren sind die anderen. Wie ein Denkmuster Geschichte prägt.

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Niveau: Für Alle


Schon in der Antike haben Menschen andere als Barbaren abgewertet, um sich selbst aufzuwerten. Der Barbar war in der Regel der negative Gegenentwurf zum zivilisierten und kultivierten Hellenen oder Römer. Die sogenannten Barbaren waren in ihren Augen all das, was sie selbst in ihrer Eigenwahrnehmung nicht waren: wild, grausam, gesetzlos, verschlagen, maßlos, triebhaft, dumm. Nur in wenigen Fällen wurde der Barbar als Folie für Idealisierungen verwendet, beispielsweise um dekadente Tendenzen in der eigenen Gesellschaft zu markieren. Dann war der Barbar genügsam, einfach, unverdorben, gerecht, ehrlich oder fromm. Diese Zuschreibungen erinnern an das Bild des “edlen Wilden”, das sich auch später in der Zeit von Sklaverei und Kolonialismus wiederfinden sollte. Und auch heute funktionieren diese Mechanismen bei der Zuschreibung von Eigen- und Fremdidentitäten. Der Althistoriker Prof. Dr. Mischa Meier geht der Frage nach, wie Identitätskonzepte wie das des Barbaren historisch entstanden sind, wozu sie mit welchen Folgen für die Betroffenen eingesetzt und wie diese Konzepte weitergeführt wurden. Mischa Meier lehrt Alte Geschichte an der Universität Tübingen. Sein Werk zur Geschichte der Völkerwanderung (C.H. Beck) wurde mit dem WISSEN!-Sachbuchpreis ausgezeichnet. Eine Livestream-Veranstaltung in der Reihe “vhs wissen live”.

Dauer: 1 Termin
Kursnummer: 222-10022
VHS: VHS Tübingen
VHS Kategorie: Politik und Geschichte,Online-Angebote Gesellschaft,Interkulturelles Leben und Lernen

Datum:
16. November 2022
Zeit:
19:30 - 21:00

Veranstaltungsort

! Online
Gebühren:
Kostenlos €

Kontakt

VHS Tübingen
Telefon:
+49 7071 560329
E-Mail:
info@vhs-tuebingen.de
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