Ein „Blog“ für uns – mediale Partizipation für ältere Menschen

Über das Projekt:

In Kiel können Seniorinnen und Senioren seit 30 Jahren Lehrveranstaltungen der Universität besuchen. Das sogenannte Kontaktstudium ist für alle Altersgruppen gedacht, die Mehrheit der Interessierten ist jedoch bereits im Ruhestand. Seit Ende 2018 stehen älteren Menschen nicht nur bestimmte Vorlesungen und Seminare offen, sie können im Projekt „Ein ‚Blog‘ für uns – mediale Partizipation für ältere Menschen“ auch selbst aktiv werden. Thematisch soll es dabei um digitale Medien und Erwachsenenbildung gehen.

Das lief im Projekt:

Zunächst wurden Schreibschulungen durchgeführt, in denen es darum ging, welche Themen interessant sein könnten, wie man darüber schreiben kann und welche technischen und rechtlichen Aspekte bei einem Blog zu beachten sind. In der Diskussion der Gruppe kristallisierten sich inhaltliche Schwerpunkte heraus, wie z. B. Reiseberichte, Gespräche zwischen Generationen und Texte zu Themen, die Ältere beschäftigen, wie Pflegeroboter oder Patientenverfügung.

Der Blog - externer Link Öffnet den Link in einem neuem Fenster wird von einem fünfköpfigen Redaktionsteam koordiniert. Die Redaktion hofft, dass der Blog allmählich bekannter wird und sich weitere Interessierte finden, die Texte beisteuern. Neue inhaltliche Schwerpunkte stehen bereits fest. So soll es künftig unter anderem um Alltagserfahrungen in Schleswig-Holstein und um den persönlichen Umgang mit Digitalisierung gehen.

Ein Blog für das Kontaktstudium an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel wurde technisch vom Rechenzentrum der Universität eingerichtet. Die Projektleitung konnte eine studentische Mitarbeiterin mit Blog-Erfahrungen gewinnen. Aktuell finden regelmäßige Redaktionssitzungen statt, bei denen neue Erkenntnisse, verfasste Texte und offene Fragen besprochen werden. Blogbeiträge werden dabei überarbeitet und finalisiert. Neue Texte stehen zur Veröffentlichung bereit oder sind in Arbeit.

Das Ergebnis:

Beide Schreibschulungen hätten gezeigt, dass einige Teilnehmende vor Herausforderungen gestanden hätten, während andere sich eher unterfordert gefühlt hätten. Es habe sich ein sehr heterogenes Bild abgezeichnet. Daraus wäre ein Lerneffekt bei den Schulungsleitern entstanden, die statt der Vermittlung von purer Theorie eine neue Taktik probierten: Die Teilnehmenden sollten einfach mit dem Schreiben von Texten loslegen, also learning by doing. Sie sollten sich ausprobieren und sich dem Medium Blog forschend nähern. Diese Taktik habe zu wunderbaren Textergebnissen geführt.

Die Veröffentlichung von Texten, die Gründung eines Redaktionsteams und die Entwicklung von weiteren Gestaltungsideen hätten das Projekt in eine weitere Ausbauphase nach Ende des Förderzeitraumes geführt. Der Trägerverein des Kontaktstudiums an der CAU werde dieses durch personelle und finanzielle Unterstützung weiter fördern.

Die schönsten Leuchtturm-Erfahrungen:

Für Michael Vesper, der an der Kieler Universität für das Kontaktstudium zuständig ist, ist der partizipative Charakter des Projekts entscheidend: „Dadurch, dass wir wenig Vorgaben gemacht haben, dauerten die Diskussionsprozesse länger, aber dadurch haben wir alle viel gelernt – auch ich.“

Sehr positiv für das Projekt sei gewesen, dass eine überaus engagierte studentische Mitarbeiterin für die Projektlaufzeit gewonnen werden konnte. „Sie hatte bereits Erfahrungen mit einem eigenen Blog gemacht und konnte diese Erfahrungen sowie allgemeine Einblicke in bestehende Blogs wunderbar vermitteln. Sie hat wertvolle Ideen in das Projekt eingebracht, im Leitungsteam mitgearbeitet, die Mailkommunikation unterstützt und Protokolle der Sitzungen geschrieben. Es entstand dabei auch, eher ungeplant, ein sehr lebendiger Austausch der Generationen, der auch zu einigen Textbeiträgen im Blog führte. Die Zusammenarbeit und insbesondere die Gespräche mit unserer studentischen Projektmitarbeiterin gehören zu den schönsten und beglückendsten Erfahrungen im Projekt“, so Vesper.

Kategorie: Schleswig-Holstein

Projektverantwortung: Kontaktstudium an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel e.V., Olshausenstr. 75, 24118 Kiel, Michael Vesper, Telefon-Nr.: 0431-8805208, E-Mail: mvesper@uv.uni-kiel.de

Projektlaufzeit: seit 09/2018


Zur Website für weitere Informationen (externer Link)

Wussten Sie schon?

Wie viele Nervenzellen hat das Gehirn? Erwachsene haben über 100 Milliarden Nervenzellen und jede dieser Nervenzellen hat zwischen tausend und zehntausend Verbindungen, sogenannte Synapsen, zu anderen Nervenzellen. Das Gehirn speichert so das Gelernte ab.

Quelle: Fotolia 78707112, fotolia.de | fotomek
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