Mediensprechstunde

Über das Projekt:

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In der Mediensprechstunde in der Samtgemeinde Bersenbrück treffen sich seit April 2017 alle 14 Tage interessierte Seniorinnen und Senioren mit Schülerinnen und Schülern in den Räumen des Medienzentrums im Bereich der Berufsbildenden Schulen in Bersenbrück. Die Schülerinnen und Schüler sprechen in einer 1-zu-1-Beratung mit den älteren Menschen, um diese im Umgang mit Smartphone, Tablet oder Computer zu unterstützen.

Die Mediensprechstunde ist jedoch keine reine Technikberatung. Bei jedem Treffen wird ein bestimmtes Thema behandelt, das vorher in der Zeitung angekündigt wird und das dann mit den digitalen Medien erarbeitet wird. Dadurch fühlen sich unterschiedliche Leute angesprochen. Die Bandbreite reicht von alltäglichen Fragestellungen, wie der Gestaltung eines Fotobuchs, bis hin zu politischen Themen wie „Fake News“.

Die älteren Menschen können außerdem Unterstützung bei der Ausleihe von Medien aller Art, die Beratung zu Angeboten und Hilfe bei digitaler Anleihe in Anspruch nehmen. Die anderen Angebote wie Vorträge und Lesungen, die Schreibwerkstatt, Diskussionsrunden und politische Stammtische stehen ihnen auch zur Verfügung.

Das lief im Projekt:

Gabriele Linster, die Seniorenbeauftragte der Samtgemeinde Bersenbrück, berichtet: „Das geht sehr gut, wenn man Jung und Alt zusammenführt. Die Mediensprechstunde ist ein fester Teil des Stundenplans der Schülerinnen und Schüler. Wir arbeiten mit der Altenpflegeklasse zusammen, also jungen Menschen, die sowieso einen Draht zu älteren Leuten haben. Meistens fragen sie in ihrer Pause bei uns nach, wie viele Seniorinnen und Senioren da sind und sprechen sich dann in der Klasse ab, wer zu uns kommen kann.“ 

Weil sich viele Ältere kein eigenens Gerät kaufen möchten aus Angst, dann im Nachhinein nicht damit umgehen zu können, konnten Ende 2018 Leihgeräte für die Mediensprechstunde angeschafft werden.

Seit einiger Zeit ist die Samtgemeinde Bersenbrück in einem Projekt der LAG Soziale Stadtentwicklung. Durch dieses Projekt konnte bislang in vier Mitgliedsgemeinden ein Dorftreff eröffnet werden. Die Mediensprechstunde wurde in diese Dorftreffs integriert und findet regelmäßig statt. Hier können entweder die Mitarbeitenden oder andere Besucher und Besucherinnen beim Erlernen der Technik helfen.
Parallel dazu bietet der Landkreis Osnabrück aktuell eine Ausbildung zum MUT – Lotsen an. Diese „Medien – und Technik – Lotsen“ werden zusätzlich in den Dorftreffs eingesetzt.

Das Ergebnis:

Festzustellen sei, dass je niedrigschwelliger und regelmäßiger die Mediensprechstunde stattfinde, desto einfacher und selbstverständlicher werde der Umgang mit den „neuen“ Medien. Im Dorftreff würden sich die Senioren und Seniorinnen ganz unverbindlich zum Frühstück treffen und sich gleichzeitig über die Geräte und ihre Fragen dazu austauschen. Durch die Dorftreffs fiele das Mobilitätsproblem weg. Dadurch ließen sich viel mehr Senioren und Seniorinnen schulen. „Vor Ort in der eigenen Gemeinde mit bekannten Gesichtern: das ist viel einfacher! Das Ehrenamt blüht in allen Bereichen auf, aber die Jugend fühlt sich besonders angesprochen, wenn es darum geht, die digitalen Fähigkeiten weiter zugeben“, berichtet Gabriele Linster.

Die schönsten Leuchtturm-Erfahrungen:

Linster erzählt, dass zu den schönsten Erfahrungen gehöre, wenn die Älteren selbständig miteinander kommunizieren und online gehen würden. „Dieses Strahlen, wenn etwas klappt und verstanden wurde, miteinander über Skype zu sprechen, einander beim Telefonieren sehen, diese Aha-Momente, das Bewusstsein über die digitale Sprechstunde viel schneller mit der Arztpraxis in Kontakt zu kommen und Hilfe holen zu können, ohne aus dem Haus zu gehen: Das ist toll!!“

Kategorie: Niedersachsen

Projektverantwortung: Samtgemeinde Bersenbrück, Lindenstraße 2, 49593 Bersenbrück, Gabi Linster, Telefon-Nr.: 05439-962153, E-Mail: linster@bersenbrueck.de

Projektlaufzeit: seit 04/2017

Wussten Sie schon?

Wie viele Nervenzellen hat das Gehirn? Erwachsene haben über 100 Milliarden Nervenzellen und jede dieser Nervenzellen hat zwischen tausend und zehntausend Verbindungen, sogenannte Synapsen, zu anderen Nervenzellen. Das Gehirn speichert so das Gelernte ab.

Quelle: Fotolia 78707112, fotolia.de | fotomek
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