ComputerTreff für Seniorinnen und Senioren mit knappem Budget und Bildungsferne

Über das Projekt:

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Nicht jeder ältere Mensch kann sich ein Smartphone oder Tablet leisten. Und die Hemmschwelle, sich ein Gerät zu kaufen oder zu Hause einen Internetzugang zu installieren, ist umso größer, wenn man sich nicht damit auskennt und gar nicht weiß, ob man die Technik nutzen wird. In Celle gibt es deshalb einen „ComputerTreff für Seniorinnen und Senioren mit knappem Budget und Bildungsferne“.

Der Seniorenstützpunkt Celle und der Verein Frauenräume e.V. bieten einen Raum mit technischer Grundausstattung, an dem sich Interessierte an verschiedenen Tagen im Rahmen des ComputerTreffs zusammenfinden können. Sie können einfach vorbeikommen und Dinge ausprobieren, auch ohne eigenes Gerät.

Der ComputerTreff ist als offener Treff und nicht als Kurs angelegt. Man muss nicht regelmäßig kommen und bezahlt für die Teilnahme nur einen Euro. Man kann dort Geräte nutzen und sogar ausleihen. Vorkenntnisse sind nicht notwendig. Bei Bedarf wird in leichter Sprache erklärt.

Das lief im Projekt:

Die Förderung des Projektes, die in der Zeitung angekündigt wurde, hat zu einer großen Resonanz geführt. Bis 31.12.2018 konnten mehrere neue Interessenten und für die iPad-Gruppe zwei neue Ansprechpersonen gefunden werden.

Durch die größere Öffentlichkeitsarbeit konnten neue Ehrenamtliche gewonnen werden und eine neue Idee auf den Weg gebracht werden: das Smartphone-Frühstück. Bei einem gemütlichen Frühstück können Fragen rund um das Smartphone beantwortet werden. Insgesamt dreimal wurde ein großes Smartphone-Frühstück angeboten. Hierzu wurden auch zwei Studierende als Ehrenamtliche gewonnen.

Ein neues Leih-Laptop und ein Beamer wurden angeschafft für Menschen, die noch kein Gerät besitzen.

„Zur Niedrigschwelligkeit gehört auch, dass wir auf die konkreten Interessen der Menschen reagieren, sie einbeziehen“, erklärt Sabine Hantzko, die Leiterin des Seniorenstützpunkts Celle. „So haben sich im Laufe der Zeit fünf Gruppen zu verschiedenen Themen gebildet, die sich alle 14 Tage treffen. Zudem gibt es regelmäßig eine Smartphone-Sprechstunde. Begleitet werden die Gruppen von Ehrenamtlichen. Die verstehen sich jedoch nicht als Allwissende.“

Das Ergebnis:

Durch die Beteiligung als digitaler Leuchtturm wären wesentlich mehr technikunerfahrene Menschen erreicht worden, insbesondere durch das neue Format und durch die Niedrigschwelligkeit und der individuellen Beratung. Gerade isolierte und vereinsamte Menschen bzw. Menschen mit einer psychischen Erkrankung und Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen hätten durch das erweiterte Angebot profitiert. So wären bei vielen Senioren in Celle die Online-Kompetenz erhöht, Schamgefühle überwunden, Selbstwertgefühl gesteigert, die digitale Teilhabe ermöglicht und ein Zugehörigkeitsgefühl entwickelt worden.

Hantzko stellt fest, dass in den Gruppen Menschen mit ganz verschiedenen Kenntnissen seien, die sich gegenseitig unterstützen würden. „Bei diesem Thema ist die Entwicklung ja so rasant, dass sich gar nicht mehr so leicht feststellen lässt, wer mehr weiß. Das wechselt ja auch ständig, sobald jemand ein neues Gerät hat. Digitale Bildung hat andere Herausforderungen als klassische Bildungsarbeit.“

Die schönsten Leuchtturm-Erfahrungen:

„Die positive Rückmeldungen zu unseren Ehrenamtlichen zählen natürlich dazu!“, berichtet Hantzko. An eine Situation erinnert sie sich aber besonders gerne zurück: „Eine 93 jährige Dame, die auf unser Angebot aufmerksam wurde und seit einer Woche ein Smartphone hatte, hatte während unseres Smartphone-Frühstücks ihre erste WhatsApp-Nachricht verschickt. Das tolle war, dass ihre Tochter ihr gleich geantwortet hatte. Diese Überraschung und diese Freude sind wunderschöne Leuchtturm-Erfahrungen.“

Kategorie: Niedersachsen

Projektverantwortung: SPN - Seniorenstützpunkt Celle / Verein Frauenräume e.V., Fritzenwiese 46, 29221 Celle, Sabine Hantzko, Telefon-Nr. 05141-9013101, E-Mail: info@senioren-celle.de

Projektlaufzeit: von 09/2018 bis 08/2019


Zur Website für weitere Informationen (externer Link)

Wussten Sie schon?

Wie viele Nervenzellen hat das Gehirn? Erwachsene haben über 100 Milliarden Nervenzellen und jede dieser Nervenzellen hat zwischen tausend und zehntausend Verbindungen, sogenannte Synapsen, zu anderen Nervenzellen. Das Gehirn speichert so das Gelernte ab.

Quelle: Fotolia 78707112, fotolia.de | fotomek
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