Smartphone Café

Über das Projekt:

Beim Smartphone Café geben sogenannte Smartphone Paten ehrenamtlich älteren Menschen ganz individuelle Hilfestellung im Umgang mit dem eigenen Smartphone. Dabei wird versucht, einen Schlüssel von 1:1 oder 1:2 einzuhalten. Nach einem einführenden Thema (entsprechend der Bedürfnisse) können die Teilnehmenden mit Unterstützung direkt ausprobieren, dieses umzusetzen. Die Smartphone Patinnen und Paten sind junge Geflüchtete aus Syrien, Afghanistan und anderen Ländern. Zwischen ihnen und den älteren Menschen entsteht ein Kontakt auf Augenhöhe, bei dem beide Seiten voneinander profitieren können. Interessanterweise gibt es dabei keinerlei Berührungsängste. Die älteren Menschen schätzen die Kenntnisse und die Freundlichkeit der jungen Flüchtlinge, während diese sich an der Wertschätzung freuen und der Möglichkeit, ihre Deutschkenntnisse zu verbessern. Es entstehen immer wieder sehr positive persönliche Kontakte. Die Nachfrage an Teilnehmenden ist außerordentlich hoch und kann im derzeit gegebenen Rahmen gar nicht bewältigt werden.

 

Das läuft im Projekt:

Die Idee ein Smartphone Café einzurichten entstand im Sommer letzten Jahres im Team der ehrenamtlichen Mitarbeiter des Gießener Seniorenjournals.

Ältere Menschen, die sich ein Smartphone angeschafft haben, sind oft von den vielfältigen Möglichkeiten im Umgang mit ihrem neuen Gerät überfordert. Kinder und Enkel versuchen ihnen etwas darauf zu zeigen, doch „es geht so schnell, sie tippen hier und da, und ich mag auch nicht dauernd nachfragen“, so eine Teilnehmerin. Außenstehende können da oft besser helfen.

Das erste Smartphone Café fand im August 2017 statt. Ehrenamtliche Helfer (teilweise auch schon im Rentenalter), die ganz gut mit ihrem Smartphone zurechtkommen, stellen seither ihre Kenntnisse den Besuchern im direkten Gespräch zur Verfügung.

Auf die erste Bekanntmachung des neuen Angebotes im Südstadttreff meldeten sich fast 80 Personen. Der Bedarf ist riesengroß. So beschlossen wir, zwei Termine monatlich anzubieten. Dabei erwies es sich als großes Glück, dass Frau Dr. Barbara Högy, die auch in der Flüchtlingshilfe tätig ist, die Idee hatte, junge Flüchtlinge, die schon recht gut deutsch sprechen zu motivieren, sich im Smartphone Café einzubringen.

So ergab sich ein außergewöhnliches, für beide Seiten bereicherndes Projekt.

Seit September 2017 treffen sich in den Räumen der Caritas 1x monatlich am Samstagnachmittag junge Geflüchtete aus Syrien, Afghanistan und Albanien mit älteren Menschen, um diesen ganz individuell behilflich zu sein, um besser mit dem Smartphone zurecht zu kommen.

Es entstehen schöne Kontakte, die Älteren profitieren von den Kenntnissen der Jüngeren und helfen diesen wiederum ihre Sprachkenntnisse auszubauen und die Welt hier besser zu verstehen.

Hier ein paar Stimmen der Smartphone Paten im Smartphone Café des Südstadttreffs beim Caritasverband Gießen:

Abdulkadir K.: In Syrien war ich daran gewöhnt, alten Menschen zeigen, wie es mit der neuen Technologie geht. Und hier wollte ich das immer wieder machen, sodass ich gleichzeitig meine Fähigkeiten in ehrenamtlichen Tätigkeiten verbessere und den alten Menschen die neue Technologie beibringen kann.

Adnan B.: Bei dem Smartphone-Café mache ich gerne mit, weil ich den Menschen auch gerne helfen möchte. Aber die Menschen helfen mir auch, vielleicht merken sie es nicht; zum Beispiel, um mein Deutsch zu verbessern, die deutsche Kultur kennenzulernen und dadurch lerne ich natürlich auch neue Leute kennen. Und was mich besonders freut, dass die Leute nach dem Smartphone-Café mit einem Lächeln nach Hause gehen und etwas Neues von uns gelernt haben. Wir hoffen, dass wir den Deutschen und Deutschland auch gleichzeitig etwas zurück geben können.

Kategorie: Hessen

Projektverantwortung: Caritasverband Gießen e.V., Bernhard Itzel Str. 3, 35392 Gießen, Gundula Breyer Telefon-Nr.: 0641-686925153, E-Mail: Gundula.Breyer@caritas-giessen.de

Projektlaufzeit: seit 09/2017

Wussten Sie schon?

Wie viele Nervenzellen hat das Gehirn? Erwachsene haben über 100 Milliarden Nervenzellen und jede dieser Nervenzellen hat zwischen tausend und zehntausend Verbindungen, sogenannte Synapsen, zu anderen Nervenzellen. Das Gehirn speichert so das Gelernte ab.

Quelle: Fotolia 78707112, fotolia.de | fotomek
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