Senioren auf digitalen Pfaden

Über das Projekt:

Die Idee des Projekts „Senioren auf digitalen Pfaden” ist, Seniorinnen und Senioren gemeinsam mit Kindern ihre Stadt durch eine digitale Schatzsuche erkunden zu lassen. Mobile Endgeräte (Smartphone oder Tablet) werden als Navigationsgerät eingesetzt und leiten die Teilnehmenden zu verschiedenen Orten, wie z. B. der städtischen Bücherei oder ins Museum, an denen Aufgaben mithilfe der mobilen Geräte gelöst werden.

Die älteren Menschen lernen durch diese digitale Schnitzeljagd spielerisch mobile Endgeräte und verschiedene Anwendungen kennen und können im Rahmen der Aktivitäten ausprobieren, erproben und feststellen, wie hilfreich diese technischen Anwendungen im Alltag sein können.

Das lief im Projekt:

Grundlage des Spiels ist eine App, die gemeinsam mit einer Schule entwickelt wurde. „Wir arbeiten mit Schülerinnen und Schülern eines Gymnasiums zusammen, die von einer Medientrainerin und zwei Expertinnen für Produktentwicklung unterstützt werden“, berichtet Carina Dollberger vom Katholischen Bildungswerk im Landkreis Erding.

14 Schülerinnen und Schüler begaben sich auf den Weg der Produktentwicklung mit dem Konzeptansatz des Design Thinkings. Ziel dabei ist es, bei den Schülern Kompetenzen wie Teamfähigkeit, Problemlösungskompetenz oder Kreativität zu fördern.

Die App sollte gut vorbereitet sein, sodass sie tatsächlich für ältere Menschen attraktiv und anwendbar ist. Die 11. Klasse des Anne-Frank-Gymnasiums hat deshalb zunächst Seniorinnen und Senioren befragt, um herauszufinden, welche Stationen und Aufgaben sie bei der digitalen Schnitzeljagd besonders interessieren. Außerdem testeten Grundschülerinnen und Grundschüler die App gemeinsam mit ihren Großeltern.

Zuvor ging es aber erst einmal ans Ideen-Sammeln und dessen Auswahl. Daraufhin wurde ein Prototyp der zukünftigen App erst aus Papier gebastelt, dann digital umgesetzt und von Seniorinnen und Senioren einem ersten Testlauf unterzogen. Die Teilnehmenden wurden von den Schülerinnen und Schülern betreut. Verbesserungsvorschläge, Kritik, Wünsche und Lob wurden festgehalten, um anschließend wieder in die App-Entwicklung zu fließen.

Das Ergebnis:

Mittlerweile sei die digitale Schnitzeljagd „Senioren auf digitalen Pfaden“ online gegangen. Regelmäßig würden durch das KBW geführte kostenlose Touren durch Erding angeboten werden. Die Älteren seien jedes Mal begeistert von dem, was die Jüngeren erschaffen haben. Viele der Schnitzeljagd-Teilnehmenden berichten, sie würden mit Spaß Erding auf eine andere Art und Weise kennenlernen.

„Erdinger Seniorinnen und Senioren können mithilfe der App nicht nur ihre Stadt auf neue Weise erkunden, sondern auch die technischen Möglichkeiten ihres Smartphones entdecken“, erzählt Dollberger. Darunter würden etwa Lernerfolge wie das Einwählen in ein WLAN-Netz, das Herunterladen einer App oder die Nutzung der Kamera zählen.

Die schönsten Leuchtturm-Erfahrungen:

Dollberger hält fest: „Unser Team war großartig! Wir hatten alle unheimlich viel Spaß bei diesem Projekt und waren extrem motiviert. Wir haben Jugendliche motiviert, sich zu engagieren. Sie hatten die Möglichkeit, eine gesellschaftliche Herausforderung aktiv mit ihren Lösungen zu verändern. Dabei konnten sie und wir natürlich auch, soziale und kreative Fähigkeiten entwickeln, die uns in die Lage versetzen, Probleme anzugehen und in einem systematischen Prozess neue innovative Ideen hervorzubringen.“

Sie erinnert sich besonders an die Durchführung des ersten Testlaufs, bei dem die Freude alle im Gesicht gestanden hätte. „Die Älteren waren erfreut über die nette, geduldige und respektvolle Betreuung der Schülerinnen und Schüler. Die Schülerinnen und Schüler waren ziemlich aufgeregt, aber anschließend sehr stolz auf ihre Arbeit. Ihre Arbeit bekam sofortige Anerkennung und Lob von den Älteren.“

Videos vom Projektbesuch:

YouTube-Video mit zwei Schülerinnen, die am Projekt mitarbeiten: Lisa-Marie Pfeiffer und Marie Wagner vom Anne-Frank Gymnasium in Erding erzählen während des Projektbesuchs über das Leuchtturm-Projekt „Senioren auf digitalen Pfaden”.

 

YouTube-Video mit der Leitung des Projektes „Senioren auf digtalen Pfaden”: Carina Dollberger vom Katholischen Bildungswerk Erding e.V. und Katja Bröckl-Bergner, die Projektleiterin, erzählen während des Projektbesuchs über das Leuchtturm-Projekt in Erding.

Kategorie: Bayern

Projektverantwortung: Katholisches Bildungswerk Erding e.V., Kirchgasse 7, 85435 Erding, Carina Dollberger, Telefon-Nr.: 08122-1606, E-Mail: c.dollberger@kbw-erding.de

Projektlaufzeit: von 09/2018 bis 08/2019

Wussten Sie schon?

Wie viele Nervenzellen hat das Gehirn? Erwachsene haben über 100 Milliarden Nervenzellen und jede dieser Nervenzellen hat zwischen tausend und zehntausend Verbindungen, sogenannte Synapsen, zu anderen Nervenzellen. Das Gehirn speichert so das Gelernte ab.

Quelle: Fotolia 78707112, fotolia.de | fotomek
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