PIKSL mobil in Altentagesstätten

Über das Projekt:

Das PIKSL Labor ist ein barrierefreier, offener, inklusiver und innovativer Raum, in dem Menschen mit und ohne Behinderung Medienbildung erhalten und Medienkompetenzen ausbauen. Das PIKSL-Team arbeitet daran, das Internet auch für Menschen mit kognitiven Einschränkungen barrierearm zu gestalten.

Nicht alle Menschen schaffen aufgrund von Mobilitätseinschränkungen den Weg ins PIKSL Labor. Daher gibt es seit vier Jahren ein mobiles Angebot für Einrichtungen des gemeinschaftlichen Wohnens.

PIKSL Düsseldorf und PIKSL Bielefeld agieren mit dem gleichen Ziel an zwei Orten, wodurch das Projekt einen starken Netzwerkcharakter hat, regionale Unterschiede integriert und Gemeinsamkeiten herausstellt.

Das lief im Projekt:

Das Bild zeigt die Arbeit des Piksl Mobil in einer Altentagesstätte.
© Piksl Düsseldorf

Neu ist das PIKSL-mobil-Angebot für Altentagesstätten, das sich an Smartphone-Einsteigerinnen und -Einsteiger mit eigenem Gerät richtet. Dabei gibt es sowohl vorgegebene Kursinhalte für alle als auch eine 1-zu-1-Betreuung, in der konkrete Fragestellungen der Teilnehmenden bearbeitet werden. Damit auch ältere Menschen mit eingeschränkter Mobilität das Angebot wahrnehmen können, starteten die Labore das Projekt „PIKSL mobil in Altentagesstätten“.

Für die Durchführung der Angebote gingen jeweils ein Team, bestehend aus zwei bis drei pädagogischen Fachkräften und PIKSL Expertinnen und Experten in die Altentagesstätten und boten wöchentlich für zwei Stunden einen Kurs an. Die Kurse bestanden aus Kleingruppen von maximal 8 Seniorinnen und Senioren, die intensiv und mit einem hohen Betreuungsschlüssel bei der Aneignung digitaler Endgeräte unterstützt wurden.

Die PKSL Expertinnen und Experten mit sogenannter geistiger Behinderung erlernten dafür den Umgang mit digitalen Medien im Rahmen ihrer Tätigkeit bei PIKSL. Sie sind Expertinnen und Experten in der Vereinfachung von komplexen Sachverhalten und können ihr erworbenes Wissen in PIKSL-Bildungsangeboten kompetent und mit einem hohen Maß an Empathie an Teilnehmende weitergeben (Peer-to-Peer-Ansatz). Um die Zielgruppe in den Einrichtungen der Altenhilfe zu erreichen, wurde vor allem auf eine möglichst leicht verständliche Wissensvermittlung geachtet, z.B. durch die Verwendung von einfacher Sprache. Die Angebote orientierten sich dabei stets an der entsprechenden Lebenswelt sowie den individuellen Interessen, Bedarfen und Lerntempi der Kursteilnehmenden.

Es wurden an den jeweiligen Standorten Bielefeld und Düsseldorf Altentagesstätten ausfindig gemacht und Termine geplant. Die Kurse waren umgehend ausgebucht.

Das Ergebnis:

Im Laufe des Projekts habe sich besonders der Bedarf nach dem Kennenlernen neuer Technik, die nicht im Alltag Älterer verankert ist, herausgestellt. Durch eine intensive Teilnehmerbefragung hätten die Projektverantwortlichen das Kurskonzept validiert, um schließlich ein noch besseres auf die Kursteilnehmenden abgestimmtes Konzept zu erhalten und die Lernerfolge zu optimieren.

Die Projektverantwortlichen berichten, „dass in einer Welt, in der man ein Touchdisplay bedienen muss, um eine Wartemarke im Bürgerbüro zu erhalten, digitalen Kompetenzen von allen Menschen gefördert werden müssen. Ältere sind im besonderen Maße von der sogenannten digitalen Spaltung betroffen. Angebote und Projekte wie PIKSL mobil tragen dazu bei, die weiterhin bestehende Kluft zwischen Onlinern und Nonlinern zu schließen und begleitet ältere Menschen beim lebenslangen Lernen. Kernergebnis des Projektes war, dass durch das Angebot die Kompetenzen älterer Menschen dahingehend gestärkt werden konnten, trotz ihres Alters selbstbestimmt mit digitalen Medien umzugehen.“

Weiterhin hätten die Angebote in Altentagesstätten insbesondere die Medien- und Informationskompetenz der Teilnehmenden gefördert. Ebenso hätten sich Menschen mit sogenannter geistiger Behinderung durch PIKSL mobil in einer anderen Rolle erlebt: Nicht nur als Empfänger von Unterstützung, sondern als Person, die anderen Menschen hilft, indem sie als Dozierende ihr Wissen weitergeben.

Die schönsten Leuchtturm-Erfahrungen:

Eine der schönsten Erfahrungen aus dem Projekt wäre gewesen, dass einer der Kursteilnehmenden die Anwendung Google Maps für sich entdecken konnte, um virtuell die Welt zu bereisen. Außerdem wären einige der Kursteilnehmenden auch über PIKSL-mobil-Angebote hinaus in das PIKSL Labor gekommen, um gemeinsam mit den PIKSL Expertinnen und Experten an Antworten auf Fragen zu digitalen Themen zu arbeiten.

Kategorie: Nordrhein-Westfalen

Projektverantwortung: In der Gemeinde leben gGmbH, Ludwig-Erhard-Allee 14, 40227 Düsseldorf, Nadja Zaynel, Telefon-Nr.: 0211-91364118, E-Mail: nadja.zaynel@igl-duesseldorf.de / Bethel.regional, Gadderbaumer Str. 39, 33602 Bielefeld, Benjamin Koepsell, Telefon-Nr. 0521-1444917, E-Mail: benjamin.koepsell@bethel.de

Projektlaufzeit: seit 06/2018

Wussten Sie schon?

Wie viele Nervenzellen hat das Gehirn? Erwachsene haben über 100 Milliarden Nervenzellen und jede dieser Nervenzellen hat zwischen tausend und zehntausend Verbindungen, sogenannte Synapsen, zu anderen Nervenzellen. Das Gehirn speichert so das Gelernte ab.

Quelle: Fotolia 78707112, fotolia.de | fotomek
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