Voll im Leben – Bleiben Sie in Kontakt durch’s Internet!

Über das Projekt:

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© Bildungswerk des KDFB Diözesanverband Augsburg e.V.

Das Projekt „Voll im Leben – Bleiben Sie in Kontakt durch’s Internet!“ des Katholischen Deutschen Frauenbundes in Augsburg richtet sich an Menschen, die älter als 70 Jahre und mobil eingeschränkt sind. Für dieses Projekt wurden Social-Media-Begleiterinnen ausgebildet, die von den Seniorinnen und Senioren als Besuchsdienst angefordert werden können. Die ehrenamtlichen Social-Media-Begleiterinnen zeigen den älteren Menschen ganz auf deren persönliche Wünsche eingehend den Umgang mit den neuen Medien.

Hintergrund des Projektes ist, dass gerade viele Frauen über 70 immer noch Nonliner sind. Sie verfügen oftmals über keinerlei Kenntnisse im Umgang mit PC und Internet und nutzen daher auch die sozialen Medien kaum. Das führt dazu, dass sie bei vielen alltäglichen Dingen, die heute üblicherweise bereits über das Internet abgewickelt werden, ausgeschlossen und von vielen Kommunikationswegen ausgegrenzt sind. Doch gerade bei einer eingeschränkten Mobilität stellt die Nutzung der neuen Medien eine gute Möglichkeit dar, weiterhin mit der Außenwelt zu kommunizieren.

Das lief im Projekt:

Der Katholische Deutsche Frauenbund in Augsburg bietet nicht nur Internetkurse, sondern auch Schulungen zu Hause an, um diejenigen zu erreichen, die hochaltrig und mobil eingeschränkt sind. Interessierte Seniorinnen und Senioren aus den ländlichen Regionen rund um Augsburg können sich bei der Geschäftsstelle des Verbands melden und sogenannte „Social-Media-Begleiterinnen“ anfordern. Die ehrenamtlich arbeitenden Frauen wurden für diese Aufgabe vom Ausbildungsinstitut ZAWiW der Universität Ulm technisch und pädagogisch geschult. Auch nach den Schulungen besteht die Möglichkeit, dass sich die „Social-Media-Begleiterinnen“ bei Problemen direkt Hilfe dort holen können.

„Das Angebot richtet sich sowohl an Frauen als auch an Männer, die Beratung machen jedoch ausschließlich Frauen. Das hat natürlich mit dem Charakter des Verbands zu tun, war aber auch eine bewusste Entscheidung: Bei unseren Internetkursen ist das Erfolgskonzept, dass nur Dozentinnen unterrichten. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass die Frauen in den Kursen andere Fragen stellen und ein anderes technisches Verständnis haben als Männer. Bei Dozenten trauen sie sich oft nicht, nachzufragen,” berichtet die Bildungsreferentin Maria Hierl.

Mit für das Projekt angeschaffte Leihgeräte können die „Social-Media-Begleiterinnen“ auch interessierten Seniorinnen und Senioren helfen, die keine eigenen Geräte besitzen.

Die „Social-Media-Begleiterin“ besucht Interessierte zehn Mal eine Stunde lang, um auf individuelle Fragen rund um Laptop, Tablet oder Smartphone einzugehen. Ein Besuchsdienst wurde im Raum Schwabmünchen, Dillingen und Augsburg installiert. Seit dem Abschluss der Schulung wurde der Besuchsdienst bereits neun Mal angefordert.

Das Ergebnis:

Die Social-Media-Begleiterinnen melden zurück, dass der Besuchsdienst sehr viel Spaß und Freude bereite. Durch die Vermittlung von Social-Media-Kompetenzen zeige sich, dass die Seniorinnen und Senioren einen neuen Zugang zu ihrer Umwelt bekämen. Hauptsächlich würden sich Seniorinnen und Senioren Lerninhalte wünschen wie telefonieren zu können, E-Mails und Bilder von Kindern und Enkelkindern empfangen und versenden zu können oder kleinere Interneteinkäufe zu tätigen, wie z.B. Bahntickets oder Theaterkarten zu kaufen. In der Regel würden sie über WhatsApp, E-Mail oder SMS mit den Social-Media-Begleiterinnen kommunizieren. So bekämen sie noch einmal mehr Übung in ihren neuen Fertigkeiten.

„Die Seniorinnen und Senioren spiegeln eine hohe Zufriedenheit wider, vor allem auch weil die Social-Media-Begleiterinnen sich über das geforderte Maß hinaus engagieren und auch in der sozialen Kommunikation Großartiges leisten“, berichtet Hierl. „Allerdings“, so stellt sie weiter fest „hat sich gezeigt, dass es nicht in allen Regionen gleich angefordert wird: So wird das Angebot in ländlich strukturierten Gegenden kaum angefragt. Ferner ist das Angebot für die Social-Media-Begleiterinnen, die diese Tätigkeit ehrenamtlich machen, mit einem hohen Zeitaufwand verbunden, besonders wenn mehrere Besuchsdienste gleichzeitig durchgeführt werden.“

Die schönsten Leuchtturm-Erfahrungen:

„Es gibt sie, die Menschen, die bereit sind, sich ehrenamtlich für andere in besonderem Maße einzusetzen. Dadurch gelingt es, hochaltrige Menschen für neue Herausforderungen so zu motivieren, dass sie richtig Freude und Spaß daran haben. Seniorinnen und Senioren erkennen die „Neuen Medien“ als Chance, wieder mehr in Kontakt mit ihrer Umwelt zu treten“,  so Hierl über ihre schönste Erfahrung.

Kategorie: Bayern

Projektverantwortung: Bildungswerk des KDFB Diözesanverband Augsburg e.V., Kitzenmarkt 20/22, 86150 Augsburg, Maria Hierl, Telefon-Nr.: 0821-31663446, E-Mail: frauenbund.referentinnen@bistum-augsburg.de

Projektlaufzeit: seit 01/2017


Zur Website für weitere Informationen (externer Link)

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Wie viele Nervenzellen hat das Gehirn? Erwachsene haben über 100 Milliarden Nervenzellen und jede dieser Nervenzellen hat zwischen tausend und zehntausend Verbindungen, sogenannte Synapsen, zu anderen Nervenzellen. Das Gehirn speichert so das Gelernte ab.

Quelle: Fotolia 78707112, fotolia.de | fotomek
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