Grenzenlos – Migranten mit Zuhause vernetzt

Über das Projekt:

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© Stadt Regensburg- Treffpunkt Seniorenbüro

In Regensburg gibt es etwa 50 Ehrenamtliche, die ältere Menschen beim Umgang mit digitaler Technik unterstützen, und zwar sowohl in öffentlichen Räumen als auch zu Hause. Koordiniert vom Treffpunkt Seniorenbüro (TPS) bieten sie Einzelschulungen an, beraten beim Gerätekauf und helfen bei technischen Problemen.

Weil Migrantinnen und Migranten diese Angebote jedoch selten wahrnehmen, initiierte das Seniorenamt der Stadt das Projekt „Grenzenlos – Migranten mit Zuhause vernetzt“.

Es richtet sich an ältere, zugewanderte Menschen, die sich nicht trauen, ein Tablet oder Smartphone zu bedienen, und soll ihnen dabei helfen, mit ihren Verwandten im Herkunftsland in Kontakt zu bleiben.

Das lief im Projekt:

Dasselbe Ziel verfolgt auch ein internationales Internetcafé, das die Stadt Regensburg im Aktivzentrum des TPS einrichtet. Besucherinnen und Besucher können die Technik dort selbstständig nutzen, erhalten aber auch Hilfe, wenn sie Fragen haben. Das Internetcafé ist nicht zielgruppenspezifisch, sondern für alle. Im Vordergrund steht die Technik und nicht die Herkunft.

„Wir haben einen dreisprachigen Flyer gemacht, auf Russisch, Türkisch und Deutsch, und einen Artikel in einer kostenlosen türkischsprachigen Zeitung veröffentlicht“, erklärt Silvia Berthold vom Seniorenamt. Allerdings sei es am wirksamsten, wenn man die Angebote dort vorstelle, wo sich Menschen mit Migrationshintergrund treffen würden. „In Regensburg sind das zum Beispiel die Stadtteilprojekte. Dort gibt es russische bzw. osteuropäische Gruppen. Und wenn Migrantengruppen spezielle Treffs haben, dann bieten wir die Schulungen dort an, auf Wunsch auch mit Ehrenamtlichen, die dolmetschen können.“ Letztlich will Berthold die verschiedenen Zielgruppen jedoch wieder zusammenführen: „Das Projekt soll ein Türöffner sein, um Migrantinnen und Migranten an die Standardangebote heranzuführen.“

Verschieden Akteure in der Migrations- und Seniorenarbeit wurden in das Projekt eingebunden wie die Beteiligung an der interkulturellen Woche Zusammen leben, zusammen wachsen, die Vorstellung des Projekts bei den regelmäßig stattfindenden Gesprächen der Stadtspitze mit Vertretern der islamischen Gemeinden, die Teilnahme und Projektvorstellung beim Integrationsbeirat, die Kontaktaufnahme mit der jüdischen Gemeinde und das Erscheinen mehrerer Zeitungsberichte in der örtlichen Presse.

In den Stadtteilprojekten wurde eine offene Technik-Sprechstunde angeboten. Die notwendige, mit den Fördermitteln angeschaffte Hard- und Software wurde zur Verfügung gestellt. Es wurden Migrantinnen und Migranten aus Vietnam, Ukraine, Sri Lanka, Kirgistan, Russland, Kasachstan, Rumänien und Ungarn erreicht.

Das Ergebnis:

Gute Erfolge konnten in den Stadtteilprojekten verzeichnet werden. Der Schwerpunkt des Interesses bei den Teilnehmenden läge im Bereich Smartphone und die Nutzung von Messenger-Diensten und sozialen Medien. Datensicherheit sei ein ebenfalls relevantes Thema. Festzustellen sei, dass der Austausch den gegenseitigen Kontakt erleichtere und Berührungsängste abbaue.

Das Angebot „Grenzenlos“ werde mit dem Internet-Café „Grenzenlos“ im neuen Aktivzentrum der Stadt Regensburg fortgeführt (Eröffnung Mitte des Jahres 2020). Die Hoffnung dabei sei, ein wirklich internationales Begegnungsangebot zu schaffen. Vor diesem Hintergrund plane der TPS, die Öffentlichkeitsarbeit zu intensivieren, um noch mehr Menschen zu erreichen.

Insgesamt seien alle eingebundenen Akteure in Regensburg mit dem Verlauf des Projekts zufrieden. Es sei gelungen, über den Ansatz „Umgang mit digitalen Medien“ einer ansonsten eher schwer erreichbaren Zielgruppe erste Kontakte zum Treffpunkt Seniorenbüro zu ermöglichen.

Die schönsten Leuchtturm-Erfahrungen:

Erfreulich sei das große Interesse der ehrenamtlich Engagierten an diesem Projekt. Das bereits bestehende Angebote der Computer-Internet-Gruppe CIG von senioren@home und Technik im Alter sei bei den älteren Bürgerinnen und Bürgern mit Migrationshintergrund eher unbekannt gewesen. Sie würden nun diese Zielgruppe besser erreichen können. Dem Wunsch der Ehrenamtlichen, die interkulturellen Kompetenzen durch Schulung zu verbessern, sei der TPS im Rahmen des Projekts sehr gerne nachgekommen.

Kategorie: Bayern

Projektverantwortung: Stadt Regensburg, Seniorenamt, Treffpunkt Seniorenbüro, Silvia Berthold, Johann-Hösl-Str. 11, 93051 Regensburg, Telefon-Nr.: 0941-507-5598, E-Mail: berthold.silvia@regensburg.de

Projektlaufzeit: seit 09/2018

Wussten Sie schon?

Wie viele Nervenzellen hat das Gehirn? Erwachsene haben über 100 Milliarden Nervenzellen und jede dieser Nervenzellen hat zwischen tausend und zehntausend Verbindungen, sogenannte Synapsen, zu anderen Nervenzellen. Das Gehirn speichert so das Gelernte ab.

Quelle: Fotolia 78707112, fotolia.de | fotomek
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