Memocare

Über das Projekt:

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© Gustav-Werner-Stift Friedrichshafen

Die Bewohnerinnen und Bewohner des Gustav-Werner-Stifts in Friedrichshafen können seit einiger Zeit die Software „Memocare“ nutzen, die speziell auf die Bedürfnisse älterer Menschen zugeschnitten ist. Sie bietet Musik, Spiele, Rätsel und großformatige Bilder zu vielen Themen, man kann damit aber auch auf Zeitungen oder die Tagesschau im Internet zugreifen. Zentrales Element der Programme und Übungen sind großformatige Bilder, die eine angenehme Atmosphäre schaffen und sowohl aktivieren als auch motivieren.

Begleitet wird das Angebot durch Mitarbeitende aus der Betreuung sowie durch die Unterstützung von vergüteten Ehrenamtlichen und freiwilligen Studierenden. Sie helfen bei der Lösung von Aufgaben und schaffen Raum für ein wertschätzendes Gespräch.

Das lief im Projekt:

Durch „Memocare“ können die Bewohnerinnen und Bewohner die vielen Möglichkeiten nutzen, die das Internet bietet. Dazu erhalten sie häufig eine soziale Betreuung in einer 1-zu-1-Situation. Die Software kann aber auch für Gruppen genutzt werden, indem das Tablet an den Fernseher angeschlossen wird, um einen größeren Bildschirm zu haben. Ein Schwerpunkt ist die Videotelefonie, da viele Bewohnerinnen und Bewohner Angehörige haben, die weit weg leben.

Um das Angebot zu erweitern, wurden zwei Laptops für die Bewohnenden angeschafft. Die Interaktion mit dem Internet und damit der Anschluss zu digitalen Außenwelt wurde damit ermöglicht.

Das Ergebnis:

Der Einsatz von Tablets im Bereich der Betreuung sowie die seniorengerechten Laptops hätten sich für die jetzige Generation der Bewohnenden als unverzichtbar herausgestellt. Aber besonders für die nachrückende Generation, die in die Heime einziehen werden, bestehe ein ganz anderes Verhältnis zum Internet und der digitalen Welt. WLAN und entsprechende Betreuungsangebote in Seniorenheimen seien unverzichtbar und demnach nicht mehr wegzudenken. Der Ausbau von Hotspots in den Einrichtungen sei dafür ein wichtiger Schritt zur Sicherstellung, Forderung und Nutzung der digitalen Welt gewesen.

Eine Betreuerin setzt Memocare iim Gustav-Werner Stift, ein.
© Gustav-Werner-Stift Friedrichshafen

Tobias Günther, Fachbereichsleiter der Altenhilfe Bodensee-Oberschwaben, hat gute Erfahrungen mit „Memocare“ gemacht: „Das Zusammenspiel von visuellen und akustischen Komponenten ist sehr hilfreich, denn etwa 80 Prozent der Menschen, die bei uns leben, haben Handicaps, wie Hörschwächen, Sehschwächen oder Demenz.“

 

Besonders beliebt sei Google Maps, erzählt Günther: „Wir machen damit so eine Art Zeitreise, indem wir in den Ort oder zu dem Haus gehen, in dem der Mensch als Kind oder Erwachsener gelebt hat. Das empfinden viele als toll, weil sie Dinge wiedererkennen, und es löst noch mal andere Erinnerungen aus, als wenn man nur nachfragt. Die digitale Technik eröffnet den Menschen ein Tor in die Vergangenheit, zu den Gedanken, die sie beschäftigen, denn die meisten haben mit ihrer Vergangenheit nicht abgeschlossen.“

Die schönsten Leuchtturm-Erfahrungen:

„Faszinierend ist“, so Günther „wie schnell sich die Bewohner auf diese doch sehr neuen Medien einlassen können und diese auch selber benutzen. Mittlerweile gibt es sogar eine Bewohnerin, die sich ein eigenes Tablet gekauft hat, um das Programm und weitere Funktionen, die das Tablet bietet, zu nutzen“.

Kategorie: Baden-Württemberg

Projektverantwortung: Gustav-Werner Stift, Konstantin-Schmäh-Straße 30, 88045 Friedrichshafen (BruderhausDiakonie Reutlingen), Tobias Günther, Telefon-Nr.: 07541-9226-33, E-Mail: Tobias.Guenther@bruderhausdiakonie.de

Projektlaufzeit: von 09/2018 bis 08/2019

Wussten Sie schon?

Wie viele Nervenzellen hat das Gehirn? Erwachsene haben über 100 Milliarden Nervenzellen und jede dieser Nervenzellen hat zwischen tausend und zehntausend Verbindungen, sogenannte Synapsen, zu anderen Nervenzellen. Das Gehirn speichert so das Gelernte ab.

Quelle: Fotolia 78707112, fotolia.de | fotomek
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