Das Smartphone als Instrument der Alltags-/Lebensbewältigung insbesondere auch für ältere Menschen mit funktionalem Analphabetismus

Über das Projekt:

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© Familienzentrum Schorndorf e.V.

Ein Schwerpunkt des Projekts „Das Smartphone als Instrument der Alltags-/Lebensbewältigung“ ist, neue didaktische Methoden zu entwickeln. Die Mitglieder des Teams suchen unter anderem nach technischen Lösungen, um das Smartphone auf einem großen Bildschirm zu spiegeln. Dann könnten sie die Funktionen auf dem Monitor erklären, während die Ratsuchenden die Schritte auf ihrem Gerät nachvollziehen.

Das Projekt gliedert sich in drei Phasen. In der ersten Phase des Projekts steht eine „Wissensvermittlung“ in Form von Vorträgen und Workshops mit qualifizierten Referentinnen und Referenten im Vordergrund. Dabei geht es darum, einen praxisorientierten Umgang mit dem eigenen Smartphone und den zur Alltagsbewältigung notwendigen Apps zu vermitteln. Die zweite Phase bietet eine Vertiefung und ist darüber hinaus auch ein Methodenprojekt. Die dritte Phase beinhaltet die Schulung und damit verbundene Sensibilisierung der Mentorinnen und Mentoren, um die Zielgruppe der funktionalen Analphabetinnen und Analphabeten in der Lebensbewältigung zu begleiten.

Das lief im Projekt:

Insgesamt wurden sieben Vorträge und Workshops durchgeführt. Außerdem wurden sie via YouTube dokumentiert und stehen dort zum Anschauen zur Verfügung.

Die Entwicklung eines Demonstrations- und Trainingsplatzes ist ein wesentliches Ziel dieses von der BAGSO geförderten Projekts am Familienzentrum Schorndorf. Dank der finanziellen Unterstützung wurden am Familienzentrum die unterschiedlichsten Peripheriegeräte angeschafft, dazu ein Demonstrationshandy von Samsung und ein Monitor mit Pivotfunktion (Drehfunktion). Alle Peripheriegeräte wurden getestet und die Funktion auch mit unterschiedlichen Smartphones geprüft.

Material für das Projekt "Das Smartphone als Instrument der Alltags- bzw. Lebensbewältigung"
© Familienzentrum Schorndorf e.V.

Da sich inzwischen die meisten Fragen auf das Smartphone beziehen würden, habe sich die Beratungssituation verändert, erzählt Lothar Poloczek. „Mit dem Notebook oder dem PC sitzt man als kleine Gruppe vor dem Bildschirm und kann wunderschön zusammen arbeiten. Beim Smartphone geht das nicht. Das Gerät ist klein, und jedes funktioniert anders, also müssen wir es erst mal in die Hand nehmen. Aber keiner gibt es gerne aus der Hand, und wenn man mit Menschen zusammensitzt, die sehr langsam begreifen, dann ist es ein ständiges Hin- und Herreichen. Wir wollen ja nicht auf fremden Handys ‚rumfummeln‘, sondern wollen, dass die Leute das selber machen, also einen handlungsorientieren Ansatz. Wir wollen spezielle Arbeitsplätze aufbauen, damit Menschen, die Schwierigkeiten mit dieser Technologie haben, zu uns kommen und mit unserer Hilfe üben können“, erklärt Poloczek.

Während der gesamten Projektlaufzeit wurde die Beratung der Senioren aufrechterhalten. In diesem Zusammenhang wurden verschiedene Unterweisungsunterlagen erstellt, die sich vor allem an immer wiederkehrenden Themen orientieren.

Das Ergebnis:

Die Spiegelung des Smartphones zu Veranschaulichungszwecken habe sich als größere Hürde herausgestellt. Bisher sei eine Darstellung des Bildschirminhalts, um Funktionen anschaulich erklären zu können, nur eingeschränkt möglich. Durch ausgiebige Tests und der Förderung durch die BAGSO konnte Hardware angeschafft werden. Diese Ergebnisse würden den verschiedenen Initiativen, die sich in diesem Bereich aktiv Beteiligen, zur Verfügung stehen.

Kategorie: Baden-Württemberg

Projektverantwortung: Mehrgenerationenhaus Familienzentrum Schorndorf e.V., Karlstrasse 19, 73614 Schorndorf, Simone Halle-Bosch, Telefon-Nr. 07181-887700, E-Mail: familienzentrum@schorndorf.de

Projektlaufzeit: von 09/2018 bis 08/2019

Wussten Sie schon?

Wie viele Nervenzellen hat das Gehirn? Erwachsene haben über 100 Milliarden Nervenzellen und jede dieser Nervenzellen hat zwischen tausend und zehntausend Verbindungen, sogenannte Synapsen, zu anderen Nervenzellen. Das Gehirn speichert so das Gelernte ab.

Quelle: Fotolia 78707112, fotolia.de | fotomek
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